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Mittwoch, 1. August 2007

Papier-Lampions - Nichts für den Hamburger Sommer 2007

Der Hamburger Sommer hat sich gegen asiatische Lampions aus Papier verschworen! Die roten Leuchtobjekte scheinen eindeutig auf der Schwarzen Liste zu stehen.



Regen und Wind werden geschickt, um sie von den Haken der Vordächer zu holen. Ein Grund mehr, mal wieder den Asia-Shop an der Ecke zu besuchen und beim Aufsammeln der Lampions zu helfen.

Freitag, 30. März 2007

Wandsbek liegt beinahe am Mekong



Die Fans der asiatischen Lebensmittel-Importfirma Mekong müssen nicht traurig sein. Es gibt adäquaten Ersatz in Wandsbek, den man nicht übersehen kann. Auch wenn hier nur das überdimensionale Firmenschild von der Mekong-Gruppe übriggeblieben ist, hat das Sortiment keinen Schaden erlitten. Dank der engagierten Mitarbeiter, die nachräumen und einsortieren, was das Zeug hält, ist der Laden übersichtlich gestaltet, wenn auch etwas schlecht beleuchtet.

Hinein gelangt man ins Paradies der Reiscracker, Taubeneier und Fischpasten durch einen breiten Treppenaufgang, vorbei an zwei schwarzgekachelten Eingangswänden mit roten Schriftzeichen, die einen willkommen heißen. Direkt hinter dem Entrée findet man alles, was zu einer festlichen Dinnertafel gehört, Porzellan, Geschirr, Tassen, Kochutensilien, Siebe, etc. Auch die Auswahl an Lebensmitteln unterscheiden sich nicht wesentlich von der anderer Asia-Läden. Für die Fans der asiatischen Popmusik hält der Laden jedoch ein Aha-Erlebnis bereit, gibt es doch links hinter den Kassen eine kleine Abteilung mit CDs und Cassetten von thailändischen, vietnamesischen und teils chinesischen Pop-Gruppen. Wer also nicht nur ein asiatischen Schleckermaul ist, sondern auch modernen Ohrenschmaus haben möchte, der ist hier genau richtig.

Ein Tip noch für alle die, die heiß darauf sind, auch weiterhin asiatischen Popmusik in Hamburg kaufen zu können: direkt an der Kasse sagen, wie genial es ist, hier CDs und Cassetten kaufen zu können. Die Chefin des Ladens dankt es einem mit einem umwerfenden Lächeln und sicherlich auch mit einem weiterhin gutbestückten Sortiment.

Als kleiner Appetithappen auf asiatische Pop- und Rockmusik seien hier zunächst die kongenialen Thai-Rocker Silly Fools erwähnt, die bei ihrem Konzert 2006 in Singapur für ein hysterisches Fan-Chaos gesorgt haben, da die Massen derart in Ekstase gerieten, dass sie kaum noch zu bändigen waren!
http://www.youtube.com/watch?v=79QYfCeOUi4
Hört Sie Euch an. Sie sind einfach fantastisch.


Sonntag, 18. Februar 2007

Wieder eine Neueröffnung – Neuer Asia-Supermarkt am Berliner Tor

So kann es einem gehen, wenn man nicht regelmässig durch die Strassen streift. Vor Wochen war in der Nähe des Berliner Tor noch ein Asia-Supermarkt der Importkette Mekong, jetzt hat sich ein anderer Betreiber gefunden, der den Laden in eigener Regie weiterführt. Die Insignien der Mekong-Gruppe sind von der Fassade verschwunden und, nach einem Umbau, durch Lettern und Schriftzeichen in den klassischen Asia-Shop-Farben Rot-Gelb ersetzt worden. Deutlich mehr Platz lassen die jetzigen Betreiber ihren Kunden zwischen den Regelreihen. Alles ist hell und aufgeräumt. „Ja, wir sind neu hier“, antwortet die junge Kassiererin auf meine verwunderte Frage, wo denn der alteingesessene Mekong-Markt geblieben sei. „Wir haben alles neu gemacht. Sind aber noch nicht fertig. Doch schauen Sie sich um, bitte“, ermuntert sie mich freundlich lächelnd.


Die Kundschaft des Vorgängers scheinen die neuen Besitzer bereits überzeugt zu haben, denn es herrscht reger Betrieb. Am blitzblanken Kassentresen piept und rattert die Elektronic-Cash-Maschine munter vor sich hin. Im Erdgeschoß sind gleich mehrere Regalreihen mit den obligaten Ramen-Nudelpackungen gefüllt. Ich habe nicht gezählt, wie viele verschiedene Sorten vorrätig sind, aber es werden sicherlich 30 Stück, wenn nicht mehr, sein. Wieso befinden sich diese knisternden Tütchen eigentlich in jedem Asia-Shop in zentraler Lage? Ganz gleich, welchen Laden man auch besucht, man kann fast eine Bank darauf wetten, dass einem die Ramen-Nudelsuppen direkt ins Auge springen. Nun ja, eine Erklärung ist vielleicht, dass diese leckere Zwischendurch-Mahlzeit für Asiaten das ist, was für uns der Schokoriegel zwischendurch bedeutet. Schnell mal eine Suppe aufgebrüht, statt Cruncky-Riegel aufgerissen. Eine schmackhafte Alternative!

In der oberen Etage stehen die Tiefkühltruhen mit Fisch, Fleisch und Gefrierkost asiatischer Art. Zwei junge Herren sind dabei, die Regale mit Konserven, Reisbeuteln und Saucen-Flaschen zu bestücken. Wieder unten, werfen ich noch einen Blick auf das reichhaltige Angebot an Knabbersachen und kann natürlich nicht widerstehen.

Warum denn die Mekong-Gruppe diesen gutgängigen Laden aufgegeben hat, frage ich die junge Frau an der Kasse zum Schluß. „Mekong-Gruppe wollte nicht mehr. Hat alle Läden in Hamburg aufgegeben. Selbständig machen ist viel besser als Mekong-Gruppe!“, sagt sie selbstbewußt und mit Nachdruck. „Wird viel besser werden“. Wo in Deutschland eine Filiale nach der anderen aufmacht, so daß die unabhängigen Einzelhändler vor Angst um ihre Existenz zittern, gehen die Asiaten auch hier mutig voran. „Selbständig ist viel besser“ – na denn, auf gute Geschäfte.

Samstag, 27. Januar 2007

Sher-E-Bremer-Reihe - Ein Supermarket-Walla in St. Georg

„Akhbar, customer wants picture“, ruft der Angestellte seinem Chef Rat suchend zu, der im hinteren Teil des Ladens mit zwei Handys gleichzeitig am Ohr jongliert. „Achaa, achaa“, bellt Akhbar knapp zurück, der wohl nicht belästigt werden will und damit soviel wie Dann-laß-sie-doch-machen zum Ausdruck bringt. Wieder so ein lästiger Shah Rukh Khan-Fan, der ein Filmposter schnorren will, denkt er wahrscheinlich. Auch wenn ich dem Bollywood-Spektakel nicht abgeneigt bin, interessiert mich der Laden jedoch mehr als der indische Superstar. Dem Konterfei des „King of Khans“, wie die Plakate den Bollywood-Schauspieler oftmals nennen, begegnet man in fast jedem Supermarket-Walla in Hamburg. Wie ein Schutzheiliger, der für gute Umsätze sorgt, hängt sein Bild oftmals gleich neben dem von Ganesha oder direkt hinter dem Kassentresen. Der Favorit unter den Wunsch-Schwiegersöhnen, von dem wahrscheinlich nicht nur indische Mütter träumen, ist sehr gut fürs Geschäft, besonders seit dem die deutschen Teenies das Bollywood-Kino für sich entdeckt haben, wie ich später erfahre.




„Wir haben aber leider nur noch beschädigte Filmposter von Shah Rukh Khan“, kehrt der verlegen lächelnde Angestellte zu mir zurück. Jetzt heißt es Aufklärungsarbeit leisten, dämmert es mir. Also lege ich los. „Sie wollen ein Bild machen von dem Laden? Kein Poster von SRK?“, blinzelt er mich irritiert an. „Aber wir bezahlen für keine Werbung, ok. Keine Werbung!“, wackelt er nachdrücklich mit dem Kopf. Ich beruhige ihn nochmals, deute auf meine Fotomappe und beschwichtige ihn mit einigen Handzeichen. Während ich draußen vor dem Laden herumspringe, beobachten mich der ewig telefonierende Handy-Akhbar und der Angestellte ungläubig durchs Schaufenster.

Wer will ein Poster von Shah Rhuk Khan, wenn er das indisch-pakistanische Leben in Hamburg live haben kann, rumort es in meinem Kopf. Es ist nicht das erste Mal, dass ich zunächst auf verunsicherte Staunen treffen, wenn ich sage, dass ich beabsichtige, ein buntes Potpurri-Buch über Hamburgs ethnische Läden und das multinationale Leben hier machen möchte. Es ist interessant, dass die Besitzer ihren Laden nie als etwas besonderes im sonstigen „deutschen“ Filial-Dschungel ansehen. Dabei geht gerade den Betreibern von Ethno-Läden jegliche Art der globalen Uniformität ab. Jeder Einzelhandelsladen ein Unikat mit oftmals eigenen Waren – ein herrlicher Vorzug, der weltweit operierenden, konzerngesteuerten Filialen vollkommen fehlt. Noch interessanter: Immer mehr deutsche Konsumenten beginnen, diese Auswahl- und Stöbermöglichkeiten zu vermissen. Aber dies nur am Rande. Kehren wir zurück zu Sher-E-Punjab in der Bremer Reihe.


Ich will die orangeleuchtende Front von dem asiatischen-afro Markt knipsen, was sich angesichts der am Bordstein wartenden Damen nicht als ganz einfach erweist. Eine hat direkt begriffen, dass mein Aktionismus mit dem Fotoapparat die Kundschaft verscheut und trabt von dannen. Die andere zieht erst einen Flunsch, macht dann aber auch für einen Moment Platz, als ich sie freundlich darum bitte. Zwischen spelunkigen Kneipen, Döner-Läden und Sexgewerbe hat der kleine Laden seine Nische gefunden, der von buntfarbigen Perücken, über Räucherstäbchen, DVDs und CDs bis zu Yamwurzeln alles verkauft, was man zum Leben braucht. Als ich das Geschäft betrete, ist der mürrische Akhbar mit seinen Handys verschwunden, stattdessen hat ein silbrighaariger Herr in blütenweißem Hemd hinter dem Kassentresen Platz genommen. „Namaste. Guten Tag“, begrüßte er mich freundlich lächelnd. Der Angestellte von vorhin hat sich inzwischen darüber beruhigt, dass ich nicht an seinem lädierten Shak Rhuk Khan-Poster interessiert bin. Viel lieber möchte ich etwas über den Namen des Ladens erfahren. So erklärt er mir, dass Sher-E-Punjab in etwa „Löwe vom Punjab“ bedeutet und seit Alters her als Ehrentitel für erwürdige und mächtige Männer aus dieser Region Indiens gebraucht wird. Auch heute noch wird dieser Titel zur Anrede verwendet. Plötzlich ist Akhbar wieder da und hat unsere Unterhaltung wohl mitgehört, jedenfalls hat er Sher-E-Punjab verstanden. Als Sikh trägt er einen Turban, rosafarbenen, und dazu einen crémefarbenen Anzug, der im Zusammenspiel mit seinem dunklen Teint, ziemlich elegant wirkt. Er fragt seinen Angestellten auf Punjabi etwas. Dann poltert Akhbar auf Englisch los, mit einem entzückenden Akzent. „Overseas sis nem has no meaning anymorrre. Everrry stinky restaurrrant uses this venerrrable title. Not possible in Punjab!“ und fegt die Nichtsnutze mit einer Handbewegung fort. Ohne ein Schlußwort oder sich zu verabschieden, trollt er sich von dannen.

Langsam füllt sich der Laden mit Kundschaft. Es wird laut, hektisch und eng. Der silbrighaarige Mann hinter der Kasse und Akhbars Angestellter haben alle Hände voll zu tun. Fragen zu stellen ist jetzt schlecht mehr möglich. Als ich meine beiden Bhangra-CDs an der Kasse bezahle, versuche ich es dennoch. „Was verkauft sich denn am besten bei Ihnen?“. Und wie aus der Pistole geschossen, antworten beide: „Bollywood-DVDs!“. Dann sind die Inder also filmbegeistert, fühle ich mich bestätigt. „Inder, ja auch“, sagt das Silberhaar, „aber die deutschen Mädchen sind am schlimmsten“, lacht er verlegen. „Fünf oder sechs auf einmal schreien im Laden, wenn sie eine neue DVD von Shah Rhuk Khan bei uns sehen. Ganz schlimm“, wippt sein Kopf hin und her. „Wenn sie weg sind, zündet er immer Räucherstäbchen an, und stellt sie vor das Bild von Shah Rhuk Khan gleich neben der Kasse“, foppt ihn sein Kollege aus einem Kundengespräch heraus. Wir, und die Kunden, müssen lachen. „Nahi, nahi“, antwortet der silbrige Herr. „Nein, nein. Für mehr Geld und Glück. Und mehr Mädchen!“, fügt er beinahe schallend lachend hinzu. Sein dabei tomatenrot anlaufendes Gesicht wird mir für immer in Erinnerung bleiben, wenn ich an den „Sher-E-Bremer Reihe“ denke.

Dienstag, 2. Januar 2007

Vinh Loi am Klosterwall

Wer an der U-Bahn-Haltestelle Steinstrasse aussteigt und den Treppenausgang in Richtung Klosterwall nimmt, der sollte sich nicht über den starken Gegenverkehr wundern, der ihm entgegenkommt, bepackt mit Unmengen von knisternden, gelben Plastiktüten. Denn dann haben viele Kunden mal wieder bei Vinh Loi einen Großeinkauf getätigt. Der sehr beliebte Asien-Supermarkt, der sich unter vietnamesischer Leitung befindet, liegt äußerst praktisch direkt am Hamburger Hauptbahnhof, nur einen Steinwurf entfernt von der Akademie der Freien Künste und den Deichtorhallen. Parkmöglichkeiten lassen sich daher relativ schnell finden, falls man für seine Einkäufe mehr Stauraum benötigt.



Und dass dies durchaus der Fall sein kann, lassen bereits die verlockenden Auslagen in der circa vier Meter langen Schaufensterfront vermuten. Mit der Auswahl an Schüsseln, Tellern, Saucentöpfchen, Reiskochern und -dämpfern, Pflaumenschnaps-Glässchen und kompletten Eß-Services mit diversen Mustern lassen sich ganze China-Restaurants ausstatten. Außerdem gibt es Nippes, Kitsch und Buddha-Figuren in allen Variationen. Also, nichts wie hinein und stöbern. Drinnen ist es meistens voll, an Samstagvormittagen immer. Ganz Hamburg versammelt sich dann hier zum Einkaufen: Vietnamesen, Thais, Afrikaner, Indonesier, Chinesen, Koreaner – Bayerisch war auch schon zu hören. Vinh Loi bietet eine riesige Auswahl an asiatischen Produkten. Von Süssigkeiten, Getränken, Tees, Suppen, Reissäcken, Gewürzen, Saucen, über tiefgefrorenen Fisch, Fleisch, Tiefkühlkost, frisches Obst und Gemüse und vieles, vieles mehr. Besonders imposant sind die Gefriertruhen, in denen der Fisch auf seine Kundschaft wartet – wohlgemerkt ganzer Fisch, kein filettierter, gebraten oder irgendwie behandelter Fisch. Er scheint gleich aus dem Meer oder Gewässer in diese Truhe gehüpft zu sein, nur noch schnell eine Einschweißfolie drum, mit Fangort, Datum und Name. Wer bisher nur Kabeljau, Lachs und Aal kennt und sein sonstiges Wissen über Fische aus dem Zoo-Aquarium bezieht, dem sei dieser Anschauungsunterricht wärmstens empfohlen. Es gibt nichts, was es nicht gibt.


Herrlich ist es, mitzuerleben, wie ein chinesisches Ehepaar sich über den Kauf eines Flosseninhabers den Kopf zerbricht, nach einem schöneren Objekt sucht, den Fisch hin und her dreht, wieder weglegt, um dann doch wieder zur erstgegriffenen Packung zurückzukehren. Die vielen verschiedenen Menschen bei ihren Käufen zu beobachten ist ein Teil des Vinh Loi-Vergnügens.

Wer seinem Hausgeist etwas Gutes tun möchte, der kann in der Non-Food-Abteilung zwischen zwei praktischen Geisterälteren wählen; die moderne Variante ist mit bunten Lämpchen ausgestattet. Bis vor einiger Zeit gab es auch eine eingeschränkte Auswahl an chinesischen Popmusik-CDs, bei der man so manche musikalische Entdeckung in Sachen Rock und Hip-Hop machen konnte, die westliche Star blass aussehen lassen.

Sonntag, 17. Dezember 2006

Asiamarkt Sushi auf der Gärtnerstrasse

Wer es speziell Japanisch und Koreanisch mag, den zieht es öfters in den Asiamarkt Sushi auf der starkbefahrenen Gärtnerstrasse. Dunkles Grün, Gelb und leuchtendes Rot beherrschen die ansonsten strahlend weiße Fassade, die abends markant ausgeleuchtet wird. Keine Graffitis und geschmierte Tags beeinträchtigen das klar strukturierte Gesamtbild des Lebensmittelmarktes, der zugleich auch Imbiss ist. Schöne Porzellanarbeiten und Essgeschirr aus Japan und Korea zieren die Auslage. Sorgfältig sind die Regale mit Ramen-Nudelsuppentüten gefüllt, akkurat befinden sich die Soja- und Fischsaucenflaschen aufgereiht. Mit der gleichen Behutsamkeit wird das Sushi gereicht. Ein Highlight zwischen Reparaturbetrieb und Dönerbude.

Aber vor Überraschungen ist man nie sicher, mag der Laden auch noch so formstreng geordnet sein. Wie üblich, ging ich auch in diesen Laden, erzählte von meinem Vorhaben, ein Buch über Hamburgs „Orient“ zu machen und wollte dabei gleichzeitig um Fotoerlaubnis fragen. Der Ladenbesitzer hatte bisher nur genickt, gelächelt, genickt, gelächelt – aber kein Wort gesagt. Als ich dann meine Fotomappe herauszog, um ihm andere Bilder von Asia-Shops in der Hansestadt zu zeigen, muß er mich wohl für eine Anzeigenvertreterin gehalten haben. „No photo! No photo! No advertising!“, bellte es mir plötzlich entgegen. Er begann wild mit den Händen zu fuchteln, als wollte er mich aus seinem Laden haben. Ich konnte ihn jedoch beruhigen und durfte bleiben. Also, alles noch mal auf Englisch. Und siehe da, es klappte. „Wann kommt Foto in Buch?“, fragte er zum Abschluß – auf Deutsch. Diese Antwort habe ich mir eine Flasche Pflaumenschnaps kosten lassen.

Asia Shop & Sushi-Bar im Schanzenviertel

Direkt gegenüber der S-Bahn-Haltestelle Sternschanze liegt der Asia Shop & Sushi-Bar, eine Mischung aus Lebensmittelmarkt, Partyservice und Sushi-Imbiss. Das Umfeld des Marktes, der sich in einem der quirligsten Viertel Hamburgs befindet, ist geprägt von Döner-Läden und Backshops, die bis spät in die Nacht geöffnet haben. Hier stillen die Nachtschwärmer ihren späten Hunger, auf dem Weg von einer Location zur nächsten. Es herrscht Kommen und Gehen, bis weit nach Mitternacht. An der Abfallmenge aus Dönertüten, Silberfolien und Servietten, die sich oftmals vor dem Asia-Shop zusammenfindet, läßt sich ablesen, ob es eine Freitag-, Samstag- oder Mitten-in-der-Woche-Nacht gewesen ist. Die beklebten Häuserwände, mit ihren schmierigen Tags und Graffitis, tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei, den Asia-Shop als Ausnahme wahrzunehmen. Entsprechend der doch recht schmuddeligen Umgebung, ist sein Erscheinungsbild beinahe auffällig. Der kleine chinesische Dachvorsprung über dem Ladeneingang kann bereits als Extravaganz gelten. Hinzu kommen die mit rotem Klebeband eingerahmten Schaufenster und eine gelbe Leuchtreklame, fertig ist der fernöstliche Supermarkt für Schanzengemüter. Durch die großen Schaufenster lässt sich das gesamte Angebot des Ladens überblicken. Zur Auswahl stehen mindestens zehn verschiedene Reiskocher-Modelle, für den Single-Haushalt wie für die Großfamilie, Messer aller Art, Papierlampions, Gebrauchsporzellan, Kochbücher, Siebe und Nippes aller Art. Die für einen Asia-Shop obligaten Ramen-Nudel-Päckchen gibt es natürlich auch. Sehr zur Freude der flippigen Kunden, die hier ihre kulinarischen Wochenend-Einkäufe tätigen. „Selbst“ chinesisch kochen ist schließlich mega in und soll außerdem ja gesund sein. Da fängt man gerne mit einem Instant-Pack an. Wer ein Faible für kuriose Tischutensilien hat, dem sei das Zahnstocher-Pickhuhn ans Herz gelegt. Man drückt es nett, und artig gibt es einen Stocher frei. Wai kou hao!