Posts mit dem Label Asia-Shop werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Asia-Shop werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 1. August 2007

Papier-Lampions - Nichts für den Hamburger Sommer 2007

Der Hamburger Sommer hat sich gegen asiatische Lampions aus Papier verschworen! Die roten Leuchtobjekte scheinen eindeutig auf der Schwarzen Liste zu stehen.



Regen und Wind werden geschickt, um sie von den Haken der Vordächer zu holen. Ein Grund mehr, mal wieder den Asia-Shop an der Ecke zu besuchen und beim Aufsammeln der Lampions zu helfen.

Freitag, 30. März 2007

Wandsbek liegt beinahe am Mekong



Die Fans der asiatischen Lebensmittel-Importfirma Mekong müssen nicht traurig sein. Es gibt adäquaten Ersatz in Wandsbek, den man nicht übersehen kann. Auch wenn hier nur das überdimensionale Firmenschild von der Mekong-Gruppe übriggeblieben ist, hat das Sortiment keinen Schaden erlitten. Dank der engagierten Mitarbeiter, die nachräumen und einsortieren, was das Zeug hält, ist der Laden übersichtlich gestaltet, wenn auch etwas schlecht beleuchtet.

Hinein gelangt man ins Paradies der Reiscracker, Taubeneier und Fischpasten durch einen breiten Treppenaufgang, vorbei an zwei schwarzgekachelten Eingangswänden mit roten Schriftzeichen, die einen willkommen heißen. Direkt hinter dem Entrée findet man alles, was zu einer festlichen Dinnertafel gehört, Porzellan, Geschirr, Tassen, Kochutensilien, Siebe, etc. Auch die Auswahl an Lebensmitteln unterscheiden sich nicht wesentlich von der anderer Asia-Läden. Für die Fans der asiatischen Popmusik hält der Laden jedoch ein Aha-Erlebnis bereit, gibt es doch links hinter den Kassen eine kleine Abteilung mit CDs und Cassetten von thailändischen, vietnamesischen und teils chinesischen Pop-Gruppen. Wer also nicht nur ein asiatischen Schleckermaul ist, sondern auch modernen Ohrenschmaus haben möchte, der ist hier genau richtig.

Ein Tip noch für alle die, die heiß darauf sind, auch weiterhin asiatischen Popmusik in Hamburg kaufen zu können: direkt an der Kasse sagen, wie genial es ist, hier CDs und Cassetten kaufen zu können. Die Chefin des Ladens dankt es einem mit einem umwerfenden Lächeln und sicherlich auch mit einem weiterhin gutbestückten Sortiment.

Als kleiner Appetithappen auf asiatische Pop- und Rockmusik seien hier zunächst die kongenialen Thai-Rocker Silly Fools erwähnt, die bei ihrem Konzert 2006 in Singapur für ein hysterisches Fan-Chaos gesorgt haben, da die Massen derart in Ekstase gerieten, dass sie kaum noch zu bändigen waren!
http://www.youtube.com/watch?v=79QYfCeOUi4
Hört Sie Euch an. Sie sind einfach fantastisch.


Sonntag, 18. Februar 2007

Wieder eine Neueröffnung – Neuer Asia-Supermarkt am Berliner Tor

So kann es einem gehen, wenn man nicht regelmässig durch die Strassen streift. Vor Wochen war in der Nähe des Berliner Tor noch ein Asia-Supermarkt der Importkette Mekong, jetzt hat sich ein anderer Betreiber gefunden, der den Laden in eigener Regie weiterführt. Die Insignien der Mekong-Gruppe sind von der Fassade verschwunden und, nach einem Umbau, durch Lettern und Schriftzeichen in den klassischen Asia-Shop-Farben Rot-Gelb ersetzt worden. Deutlich mehr Platz lassen die jetzigen Betreiber ihren Kunden zwischen den Regelreihen. Alles ist hell und aufgeräumt. „Ja, wir sind neu hier“, antwortet die junge Kassiererin auf meine verwunderte Frage, wo denn der alteingesessene Mekong-Markt geblieben sei. „Wir haben alles neu gemacht. Sind aber noch nicht fertig. Doch schauen Sie sich um, bitte“, ermuntert sie mich freundlich lächelnd.


Die Kundschaft des Vorgängers scheinen die neuen Besitzer bereits überzeugt zu haben, denn es herrscht reger Betrieb. Am blitzblanken Kassentresen piept und rattert die Elektronic-Cash-Maschine munter vor sich hin. Im Erdgeschoß sind gleich mehrere Regalreihen mit den obligaten Ramen-Nudelpackungen gefüllt. Ich habe nicht gezählt, wie viele verschiedene Sorten vorrätig sind, aber es werden sicherlich 30 Stück, wenn nicht mehr, sein. Wieso befinden sich diese knisternden Tütchen eigentlich in jedem Asia-Shop in zentraler Lage? Ganz gleich, welchen Laden man auch besucht, man kann fast eine Bank darauf wetten, dass einem die Ramen-Nudelsuppen direkt ins Auge springen. Nun ja, eine Erklärung ist vielleicht, dass diese leckere Zwischendurch-Mahlzeit für Asiaten das ist, was für uns der Schokoriegel zwischendurch bedeutet. Schnell mal eine Suppe aufgebrüht, statt Cruncky-Riegel aufgerissen. Eine schmackhafte Alternative!

In der oberen Etage stehen die Tiefkühltruhen mit Fisch, Fleisch und Gefrierkost asiatischer Art. Zwei junge Herren sind dabei, die Regale mit Konserven, Reisbeuteln und Saucen-Flaschen zu bestücken. Wieder unten, werfen ich noch einen Blick auf das reichhaltige Angebot an Knabbersachen und kann natürlich nicht widerstehen.

Warum denn die Mekong-Gruppe diesen gutgängigen Laden aufgegeben hat, frage ich die junge Frau an der Kasse zum Schluß. „Mekong-Gruppe wollte nicht mehr. Hat alle Läden in Hamburg aufgegeben. Selbständig machen ist viel besser als Mekong-Gruppe!“, sagt sie selbstbewußt und mit Nachdruck. „Wird viel besser werden“. Wo in Deutschland eine Filiale nach der anderen aufmacht, so daß die unabhängigen Einzelhändler vor Angst um ihre Existenz zittern, gehen die Asiaten auch hier mutig voran. „Selbständig ist viel besser“ – na denn, auf gute Geschäfte.

Dienstag, 13. Februar 2007

Tiandi – Eine chinesische Buchhandlung in St. Georg

Die Spiegel-Bestsellerliste spielt bei Tiandi keine Rolle. Auch aufgetürmte Bücherstapel mit den Wälzern von Peter Handke, Rosamunde Pilcher oder Grisham-Krimis sucht man hier vergebens. Der westliche Literaturbetrieb, mit seinem Kampf um Leser, Auflagen und dem Aufguß des ewig Gleichen, findet in der chinesischen Buchhandlung so gut wie nicht statt.


Deutsche Kundschaft verirrt sich nur selten in den Souterrainladen, der in einer ruhigen Seitenstrasse, abseits der Langen Reihe liegt. Angesichts der stark vergilbten Exemplare von Kung-Fu-Ratgebern, Mao-Biographien und medizinischen Anleitungsbüchern und der seit ewigen Zeiten nicht geputzen Schaufenster, könnte man meinen, der Laden sei gar nicht geöffnet. Doch das schmuddelige Äußere täuscht nur ein beschauliches Dasein vor. Eigentlich brummt der Laden. Denn mit dem Zuzug von chinesischen Geschäftsleuten, Angestellten und deren Familien nach Hamburg, ist die Nachfrage nach chinesischer Literatur, und Büchern in chinesischer Übersetzung, stark gestiegen. Tiandi unterhält ein weltweites Netzwerk zu den Städten, in denen Exilchinesen seit Generationen heimisch geworden sind und chinesische Verlage und Buchhandlung gegründet haben. San Fransisco, London und Singapur sind nur einige Beispiele für die chinesische Buchproduktion außerhalb des Mutterlandes. Aus China selbst werden ebenfalls Bücher für die lesefreudige Kundschaft in Hamburg importiert. Die Umsätze jedenfalls scheinen für Tiandi zu steigen. Es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis Tiandi gleich neben Thalia zu finden ist.

Dienstag, 2. Januar 2007

Vinh Loi am Klosterwall

Wer an der U-Bahn-Haltestelle Steinstrasse aussteigt und den Treppenausgang in Richtung Klosterwall nimmt, der sollte sich nicht über den starken Gegenverkehr wundern, der ihm entgegenkommt, bepackt mit Unmengen von knisternden, gelben Plastiktüten. Denn dann haben viele Kunden mal wieder bei Vinh Loi einen Großeinkauf getätigt. Der sehr beliebte Asien-Supermarkt, der sich unter vietnamesischer Leitung befindet, liegt äußerst praktisch direkt am Hamburger Hauptbahnhof, nur einen Steinwurf entfernt von der Akademie der Freien Künste und den Deichtorhallen. Parkmöglichkeiten lassen sich daher relativ schnell finden, falls man für seine Einkäufe mehr Stauraum benötigt.



Und dass dies durchaus der Fall sein kann, lassen bereits die verlockenden Auslagen in der circa vier Meter langen Schaufensterfront vermuten. Mit der Auswahl an Schüsseln, Tellern, Saucentöpfchen, Reiskochern und -dämpfern, Pflaumenschnaps-Glässchen und kompletten Eß-Services mit diversen Mustern lassen sich ganze China-Restaurants ausstatten. Außerdem gibt es Nippes, Kitsch und Buddha-Figuren in allen Variationen. Also, nichts wie hinein und stöbern. Drinnen ist es meistens voll, an Samstagvormittagen immer. Ganz Hamburg versammelt sich dann hier zum Einkaufen: Vietnamesen, Thais, Afrikaner, Indonesier, Chinesen, Koreaner – Bayerisch war auch schon zu hören. Vinh Loi bietet eine riesige Auswahl an asiatischen Produkten. Von Süssigkeiten, Getränken, Tees, Suppen, Reissäcken, Gewürzen, Saucen, über tiefgefrorenen Fisch, Fleisch, Tiefkühlkost, frisches Obst und Gemüse und vieles, vieles mehr. Besonders imposant sind die Gefriertruhen, in denen der Fisch auf seine Kundschaft wartet – wohlgemerkt ganzer Fisch, kein filettierter, gebraten oder irgendwie behandelter Fisch. Er scheint gleich aus dem Meer oder Gewässer in diese Truhe gehüpft zu sein, nur noch schnell eine Einschweißfolie drum, mit Fangort, Datum und Name. Wer bisher nur Kabeljau, Lachs und Aal kennt und sein sonstiges Wissen über Fische aus dem Zoo-Aquarium bezieht, dem sei dieser Anschauungsunterricht wärmstens empfohlen. Es gibt nichts, was es nicht gibt.


Herrlich ist es, mitzuerleben, wie ein chinesisches Ehepaar sich über den Kauf eines Flosseninhabers den Kopf zerbricht, nach einem schöneren Objekt sucht, den Fisch hin und her dreht, wieder weglegt, um dann doch wieder zur erstgegriffenen Packung zurückzukehren. Die vielen verschiedenen Menschen bei ihren Käufen zu beobachten ist ein Teil des Vinh Loi-Vergnügens.

Wer seinem Hausgeist etwas Gutes tun möchte, der kann in der Non-Food-Abteilung zwischen zwei praktischen Geisterälteren wählen; die moderne Variante ist mit bunten Lämpchen ausgestattet. Bis vor einiger Zeit gab es auch eine eingeschränkte Auswahl an chinesischen Popmusik-CDs, bei der man so manche musikalische Entdeckung in Sachen Rock und Hip-Hop machen konnte, die westliche Star blass aussehen lassen.

Sonntag, 17. Dezember 2006

Asiamarkt Sushi auf der Gärtnerstrasse

Wer es speziell Japanisch und Koreanisch mag, den zieht es öfters in den Asiamarkt Sushi auf der starkbefahrenen Gärtnerstrasse. Dunkles Grün, Gelb und leuchtendes Rot beherrschen die ansonsten strahlend weiße Fassade, die abends markant ausgeleuchtet wird. Keine Graffitis und geschmierte Tags beeinträchtigen das klar strukturierte Gesamtbild des Lebensmittelmarktes, der zugleich auch Imbiss ist. Schöne Porzellanarbeiten und Essgeschirr aus Japan und Korea zieren die Auslage. Sorgfältig sind die Regale mit Ramen-Nudelsuppentüten gefüllt, akkurat befinden sich die Soja- und Fischsaucenflaschen aufgereiht. Mit der gleichen Behutsamkeit wird das Sushi gereicht. Ein Highlight zwischen Reparaturbetrieb und Dönerbude.

Aber vor Überraschungen ist man nie sicher, mag der Laden auch noch so formstreng geordnet sein. Wie üblich, ging ich auch in diesen Laden, erzählte von meinem Vorhaben, ein Buch über Hamburgs „Orient“ zu machen und wollte dabei gleichzeitig um Fotoerlaubnis fragen. Der Ladenbesitzer hatte bisher nur genickt, gelächelt, genickt, gelächelt – aber kein Wort gesagt. Als ich dann meine Fotomappe herauszog, um ihm andere Bilder von Asia-Shops in der Hansestadt zu zeigen, muß er mich wohl für eine Anzeigenvertreterin gehalten haben. „No photo! No photo! No advertising!“, bellte es mir plötzlich entgegen. Er begann wild mit den Händen zu fuchteln, als wollte er mich aus seinem Laden haben. Ich konnte ihn jedoch beruhigen und durfte bleiben. Also, alles noch mal auf Englisch. Und siehe da, es klappte. „Wann kommt Foto in Buch?“, fragte er zum Abschluß – auf Deutsch. Diese Antwort habe ich mir eine Flasche Pflaumenschnaps kosten lassen.

Asia Shop & Sushi-Bar im Schanzenviertel

Direkt gegenüber der S-Bahn-Haltestelle Sternschanze liegt der Asia Shop & Sushi-Bar, eine Mischung aus Lebensmittelmarkt, Partyservice und Sushi-Imbiss. Das Umfeld des Marktes, der sich in einem der quirligsten Viertel Hamburgs befindet, ist geprägt von Döner-Läden und Backshops, die bis spät in die Nacht geöffnet haben. Hier stillen die Nachtschwärmer ihren späten Hunger, auf dem Weg von einer Location zur nächsten. Es herrscht Kommen und Gehen, bis weit nach Mitternacht. An der Abfallmenge aus Dönertüten, Silberfolien und Servietten, die sich oftmals vor dem Asia-Shop zusammenfindet, läßt sich ablesen, ob es eine Freitag-, Samstag- oder Mitten-in-der-Woche-Nacht gewesen ist. Die beklebten Häuserwände, mit ihren schmierigen Tags und Graffitis, tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei, den Asia-Shop als Ausnahme wahrzunehmen. Entsprechend der doch recht schmuddeligen Umgebung, ist sein Erscheinungsbild beinahe auffällig. Der kleine chinesische Dachvorsprung über dem Ladeneingang kann bereits als Extravaganz gelten. Hinzu kommen die mit rotem Klebeband eingerahmten Schaufenster und eine gelbe Leuchtreklame, fertig ist der fernöstliche Supermarkt für Schanzengemüter. Durch die großen Schaufenster lässt sich das gesamte Angebot des Ladens überblicken. Zur Auswahl stehen mindestens zehn verschiedene Reiskocher-Modelle, für den Single-Haushalt wie für die Großfamilie, Messer aller Art, Papierlampions, Gebrauchsporzellan, Kochbücher, Siebe und Nippes aller Art. Die für einen Asia-Shop obligaten Ramen-Nudel-Päckchen gibt es natürlich auch. Sehr zur Freude der flippigen Kunden, die hier ihre kulinarischen Wochenend-Einkäufe tätigen. „Selbst“ chinesisch kochen ist schließlich mega in und soll außerdem ja gesund sein. Da fängt man gerne mit einem Instant-Pack an. Wer ein Faible für kuriose Tischutensilien hat, dem sei das Zahnstocher-Pickhuhn ans Herz gelegt. Man drückt es nett, und artig gibt es einen Stocher frei. Wai kou hao!

Dienstag, 5. Dezember 2006

Erstaunen und Entdecken

Den Anfang zu der Idee, eine Fotosammlung von den vielen Ethno-Shops anzulegen, markiert die Entdeckung des thailändischen Supermarktes auf der exponierten Ecklage Langen Reihe und Spadenteich in St. Georg. Wie ein Blitz hat mich seine leuchtend rote Außenfassade getroffen, von der sich die übergroßen fremdartigen Schriftzeichen um so deutlicher abheben. Mit strahlend weißen Lettern lockt er seine Kunden. Thai Asian Supermarkt ist dort zu lesen – mitten in Hamburgs wuseligem Viertel St. Georg!


Stolz wehen gleich mehrere thailändische Flaggen auf dem Dach und Kinder, in der Tracht einer der Bergstämme Thailands, begrüßen die Kunden mit einem Wei von zwei großen Plakaten, die rechts und links neben dem Eingang hängen. Ein sagenhafter Eyecatcher, an dem kein Foto-Fan vorbei gehen kann. Das gesamte Erscheinungsbild des Ladens zieht neugierige Passanten geradezu magisch an, die sich über den vielleicht auffälligsten Paradiesvogel unter den Lebensmittelmärkten wundern. Links von ihm steht die St. Johanniskirche, rechts verläuft die vielbefahrene Lange Reihe, gegenüber befindet sich eine Filiale der Hamburger Sparkasse – deutlicher kann ein Kontrast kaum ausfallen. Einige Meter weiter stößt man auf den vielleicht ältesten indischen Supermarkt Hamburgs, Mathabi, eine Institution in Sachen Curries und Gewürze. Ihm folgen ein Laden für Modellbau, eine Schneiderei und, etwas weiter die Straße hinunter, die Filiale einer Bäckerei. Immer wieder bin ich auf diese scheinbar unvereinbaren Gegensätze zwischen angestammten und hinzugekommenen Ethno-Läden gestoßen. Mit ihren fremdklingenden Namen, den bunten Schaufenstern, die zuweilen ein chaotisches Sammelsurium aus unbekannten Produkten, Haushaltswaren, Lebensmitteln und Bekleidung darbieten, den ausländischen Reklameschildern und ihren ungewohnten Schriftzeichen, ziehen die multiethnischen Läden den Betrachter sofort in ihren Bann. Wohltuend erlebt man sie als Farbtupfer in einer ansonsten tristen Warenwelt aus uniformen Filialgeschäften. Ihre Andersartigkeit ist ein wahres Aha-Erlebnis. Zwischen dem immergleichen Einerlei aus Markenlogos, Labeln und redundanten Warensortimenten, lugen die Ethno-Shops als anregende Einsprengsel deutlich hervor. Streift man längere Zeit durch die Hansestadt, entdeckt man immer mehr dieser dynamischen Vielfalt. Sie sind so verschieden in ihrer Größe, ihrer Gestaltung und in ihrem Angebot, wie die Kultur, die sie präsentieren. Die Geschäfte reichen von kleinen „Tante Emma“ -Läden, die nur das Nötigste für den täglichen Bedarf an Lebensmitteln anbieten, bis hin zu mehreren zig Quadratmeter großen Supermärkten mit Tiefkühltruhen, frischem Obst, Gemüse, Fleisch und Kaufhäusern mit modischer Bekleidung, Haushaltswaren und Unterhaltungselektronik. Ganz gleich ob chinesische, thailändische, indische, persische, afrikanische, indonesische, vietnamesische oder afghanische Lebensmittel und Dinge des täglichen Gebrauchs benötigt werden - es ist alles zu bekommen.

Inzwischen kaufen nicht nur Einwanderer in den Shops ein. Zunehmend finden auch „Natives“ Gefallen an den größtenteils (noch) unbekannten Waren. Durch diese vermehrte Akzeptanz, wird es einigen Ethno-Shops sicherlich gelingen, zukünftig den Status der Nischenökonomie hinter sich zu lassen und Teil der multiethnische Infrastruktur zu werden, die sich mehr und mehr in Hamburg etabliert. Und wer genau hinsieht, dem wird außer einem interessanten Sightseeing und Shopping-Vergnügen, auch ein kleiner Einblick in den Alltag der Einwanderer-Communities gewährt. So lässt sich zum Beispiel anhand der Anzahl der Läden ablesen, wie groß die jeweilige Immigrantengruppe ist und vielleicht auch, welche wirtschaftliche che Kraft von ihr ausgeht. Zudem kann man etwas über die Popkultur erfahren. Wer ist gerade der angesagteste Filmstar in Indien, welche Musik ist in den thailändischen Charts und welches ist der letzte Schrei der arabischen Mode.

Jede Community findet auf ihre Wünsche und Lebensgewohnheiten eingestellte Geschäfte, die ursprünglich Vertrautes nach Hamburg bringen. Diese Serviceleistung ist nicht unerheblich für das Wohlbefinden der Menschen hier in der Hansestadt. Liebgewonnene (Ess-) Gewohnheiten und Alltagsrituale lassen sich durch das breite Sortiment der Läden auch über viele Tausend Kilometer weiterleben bzw. wiederbeleben. Diese Vertrautheit kann für den Gemütshaushalt in einem (noch) fremden Land von unschätzbarem Wert sein. Sie sorgt für Ausgewogenheit, ein inneres Sicherheitsgefühl und fördert damit die Zuversicht, denn nicht alles ist fremd, nicht alles unverständlich. Der ungewohnte Rhythmus der jetzigen Umgebung wird durch die geläufigen Lebensmittel und Alltagsgegenstände aus den Asia-Märkten und Afro-Shops abgemildert, da nicht gänzlich auf Bekanntes verzichten werden muss. Insofern kommt den multiethnischen Läden ein bisher nicht berücksichtigter Faktor an „weicher“ Integration zu. Wer einmal für längere Zeit im Ausland, auf einem anderen Kontinent, in einem anderen Kulturkreis, gelebt hat, mag erfahren haben, wie wichtig solche profanen Dinge sein können. Das Stichwort Schwarzbrot soll hier genügen, damit sich jeder an die eigene Nase fasst. In der Fremde, in der viele Sachen anfänglich unerklärlich scheinen, bieten bekannte Dinge zunächst einen Halt, bevor man sich ganz den neuen Eindrücken öffnet und sich auf sie einlässt. Vietnamesen, Indern, Afrikanern, Chinesen, Thailändern und Persern verhalten sich diesbezüglich nicht anders als Europäer.

Es ist erfreulich, dass immer mehr Hamburger das Angebot der Ethno-Läden zu schätzen wissen. Die Menschen kommen miteinander in Kontakt, erhalten dabei vielleicht sogar Informationen über Alltägliches aus erster Hand. Beide Seiten begegnen sich auf Augenhöhe, fernab der gutgemeinten „Völkerverständigungsfeste“ und Multi-Kulti-Veranstaltungen. Interkulturelle Begegnungen finden auf unkomplizierte Art statt, in der vertrauten Situation von Kunde und Verkäufer. Es ist daher keineswegs vermessen, wenn den multiethnischen Läden eine gesellschaftliche und kulturelle Vermittlerrolle zugewiesen wird, die bislang allerdings noch keine Beachtung in der Öffentlichkeit gefunden hat. Tatsache ist auch, dass diese Nischenökonomie einen maßgeblichen Anteil daran hat, dass sich das Bild der Einwanderer-Communities wandelt, weg vom Image der Fremden, die lediglich temporär geduldet sind, hin zu einem selbstbewussten Teil der gesamten Gesellschaft. Mitverantwortlich dafür sind hochmotivierte Händler, Unternehmer und Geschäftsleute, die sich ihren Platz in der „Hamburger Kaufmannschaft“ nicht mehr streitig machen lassen. Darum ist es endlich an der Zeit ihre bunten, extravaganten, außergewöhnlichen und einfallsreichen Läden zu präsentieren.










Donnerstag, 30. November 2006


Fotobände über Hamburg gibt es wie Sand am Elbstrand. Alle zeigen jedoch Postkartenmotive: die Speicherstadt, die Landungsbrücken, den Fischmarkt, die Reeperbahn, die Binnenalster, den Jungfernstieg, die Alsterschiffe und so weiter. Langeweile pur. Wo aber wird das Hamburg präsentiert, das nicht der touristischen Knipseridylle entspricht? Das moderne, dynamische, multiethnische, vielseitige, coole, kreative, fantasievolle, quirlige und Offside-Hamburg. Nirgendwo, meint ihr. Gibt es hier doch gar nicht, behauptet ihr. Was sollte man da schon zeigen, fragt ihr. Gibt doch eh’ nur noch das Thema Hafen-City!

OK, ihr habt Recht, die Stadt poliert ihr Mainstream-Image auf Hochglanz. Aber - da gibt es doch noch ... St. Pauli, St. Georg, Eimsbüttel, Altona, Barmbek, Wilhelmsburg, das Grindel, Wandsbek und und und ... diese lebendigen Stadtteile bieten kaum klischeehafte Touristen-Highlights, dafür aber eine vielfältige Landschaft von Asia-Märkten, Afro-Shops und Supermarket-Wallas, die alle eine Entdeckung wert sind.

Hamburg Oriental Style hat sich auf Erkundungstour durch die Metropole gemacht, viele dieser fotogenen, quirlig-bunten Läden besucht und dabei auf den Auslöser gedrückt. Außerdem gibt es kuriose Dinge, koloniale Hinterlassenschaften, außergewöhnliche Schriften, Zeichen und Symole, lauschige Plätze und vieles mehr von den vielen multiethnischen Communities der Stadt zu entdecken. Dabei stellt man fest: Hamburg ist so alltäglich „orientalisch“ wie ein Fischbrötchen an den Landungsbrücken.

Ein Verlag, der das Projekt Hamburg Oriental Style nicht aufgreift und daraus einen originellen Hamburger Fotoband macht, ist selber schuld! Angebote nimmt der Blogg hier gerne entgegen. In den kommenden Wochen wird Hamburg Oriental Style um Bilder, Texte und kuriose Geschichten ständig erweitert. Bleibt also dran und schaut wieder rein!

Viel Spaß beim Ansehen, Lesen und Entdecken!




Mittwoch, 29. November 2006

Hamburg mal anders sehen!
Bald gibt's Neuigkeiten von meinem Fotobuch "Hamburg Oriental Style"!
Schaut also wieder vorbei.
DH